Die folgenden Gedanken von Andreas Schlegel sind
als Hypothesen zu verstehen und bedürfen der Diskussion.
Reaktionen sind über "Kontakt" erbeten!
Wie bereits geschrieben gibt es keine historische
Begründung für die Experimente mit neuen Stimmungen.
Hingegen gibt es mehrere Hinweis in der allgemeinen
Entwicklung der Lauteninstrumente, die nach heutigem Wissen
Schlüssel zum Verständnis der Vorgänge darstellen könnten:
Die
Saitenfrage
Im 16. Jahrhundert sprechen viele Quellen davon, dass
die höchst klingende Saite – die
Chanterelle – so hoch gestimmt sein soll, wie sie es gerade
noch aushält. Somit bildet die Reissgrenze des Materials –
wohl meist Darm – die Obergrenze der erreichbaren Tonhöhe.
Diese liegt bei ca. 250 Hz/m. Diese Grösse, die je nach
Rohmaterial und Bearbeitung leicht variieren kann, meint,
dass die Reissgrenze einer Darmsaite bei einem Meter Mensur
bei 250 Hz liegt. In Praxis muss die Saite mindestens einen
Halbton unter der Reissgrenze gestimmt sein, damit die
Saite über längere Zeit hält. Bei einer Mensur von 50
Centimeter liegt die Reissgrenze bei 500 Hz. Frequenz und
Mensur verhalten sich also umgekehrt proportional
zueinander: Je kürzer die Mensur, desto höher die
Schwingungszahl in Hz. Mit Hilfe dieser Faustregel kann
aufgrund der Mensur gesagt werden, welches die jeweils
höchste Frequenz ist, auf die ein Instrument gestimmt
werden konnte. Kennt man die Frequenz, muss man noch die
entsprechenden im geographischen und zeitlichen Bereich
geltende(n) Stimmtonhöhen kennen. Mindestens die
Instrumente, die für das Continuospiel verwendet wurden,
sind sehr exakt an die Reissgrenze des Saitenmaterials
gebaut worden.
Die Dicke der Saite spielt sozusagen keine Rolle für die
erreichbare Frequenz. Eine dickere Saite weist bei
derselben Tonhöhe einfach mehr Zug auf als eine dünnere
Saite. Die damaligen Lautenbauern suchten das optimale
Gleichgewicht zwischen der Dicke der Decke (Membrane) und
der Saitenspannung. Heute meinen wir, dass die dünnsten
damals hergestellten Darmsaiten einen Durchmesser von ca.
0,42 mm hatten.
Die Reissgrenze des Materials bildete die Grenze für die
höchste Saite. Als Erweiterungsmöglichkeit für den Umfang
des Instrumentes bleibt also nur der
Bassbereich, wobei dort die Dicke der
Saite den brauchbaren Ambitus bei etwa zwei Oktaven
beschränkte.
Ab 1574 beginnt mit dem in Strassburg gedruckten Lautenbuch
von Melchior Newsidler "Teütsch Lautenbuch" das genereller
akzeptierte Erweitern des Tonumfangs der Laute von zwei
Oktaven auf zwei Oktaven und eine Quarte – bei
gleichbleibender Mensur. Wir wissen (noch) nicht, welche
Entwicklung diesen grösseren Umfang zuliess. Die
Überlegungen Newsidlers zum 7. Chor sind auf den
Kontrapunkt bezogen und geben keinen Hinweis auf die
verwendete Saitenart resp. Klanglichkeit des 7. Chores, der
wie der 6. und ev. weitere Chöre mit einer Oktavsaite
versehen war. Untersuchungen an originalen Stegen – wobei
Stege oft ersetzt wurden und von daher das Beurteilen, ob
ein Steg wirklich original ist, oft sehr schwierig ist –
lassen den Schluss zu, dass für den 7. Chor (und andere
Basschöre) nicht proportional dickere Saiten verwendet
wurden. Das Benutzen von schwächer gespannten "dünnen"
Saiten scheint aus spieltechnischen Gründen mindestens im
Moment eher unwahrscheinlich. Die bis heute plausibelste
Hypothese ist, dass ein Verfahren entwickelt wurde, die das
Erschweren des Darms und somit eine höhere Dichte der Saite
erlaubt: Bei derselben Mensur und derselben Spannung
entscheidet die Masse der schwingenden Saite über deren
klingende Tonhöhe. Je mehr Masse, desto tiefer der Ton. Je
dicker und steifer eine Saite, desto dumpfer der Klang.
Noch liegen jedoch nur Indizien und keine definitiven
Beweise für diese Hypothese vor: Saiten waren ja
Verbrauchsmaterial und somit haben sich nur extrem wenige
originale Saitenfragmente erhalten – und die wenigen
erhaltenen Fragmente von Bass-Saiten für Laute stammen
frühestens aus dem letzten Drittel des 17. Jahrhunderts und
sind mit Draht offen umsponnen. Die Erfindung der mit
Metall umsponnenen Saite erfolgte kurz nach der Mitte des
17. Jahrhunderts – also deutlich später.
Die Ambituserweiterung im Bass wurde zuerst nur mit einem
einzigen zusätzlichen Chor vollzogen, der eine Quarte unter
dem 6. Chor lag.
8-chörige Lauten (erstmals in Matthäus Reymanns Leipziger
Druck "Noctes musicae" 1598 gefordert) hatten den siebenten
Chor meist eine grosse Sekunde tiefer als den sechsten und
den achten Chor meist eine Quarte oder Quinte tiefer als
den sechsten Chor gestimmt.
Bei 9-chörigen Lauten – erstmals im Pariser Druck von
Antoine Francisque: "Le trésor d'Orphée" aus dem Jahre 1600
gefordert – war die Stimmung sehr variabel. Normalerweise
stand der siebente Chor eine grosse Sekunde tiefer als der
sechste, der achte Chor eine Quarte und der neunte eine
Quinte tiefer als der sechste.
1611 schliesslich kamen in Rom Hieronymus Kapsbergers
"Libro primo d'intavolatura di lauto" und in Paris Robert
Ballards "Premier livre de tablature de luth" heraus. Erst
allmählich setzte sich die diatonische Stimmung der Chöre 6
bis 10 durch: Anfänglich wurde der 10. Chor auch als
Erweiterung im Bass verwendet (z.B. G F Es C B resp. G F Es
D B).
Wenn nun also das Bass-Problem weitgehend gelöst
war, so konnte man durchaus von der Regel abweichen, dass
die Chanterelle knapp unter der Reissgrenze stehen muss, um
überhaupt genügend Ambitus zu erreichen. So ergab sich also
die Möglichkeit, nicht nur mit Bass-, sondern auch mit den
Diskantsaiten zu experimentieren.
Weil die Bass-Saiten sehr teuer sind, scheint es
wahrscheinlicher, dass die Stimmexperimente mit den
billigeren Diskantsaiten gemacht wurden.
Gleichzeitig jedoch war die Stimmtonhöhe von Region zu
Region verschieden und veränderte sich gerade in dieser
Zeit. Von daher ist es sehr schwierig, eine verlässliche
Tonhöhe in Hertz anzugeben. Die Grösse des verwendeten
Instrumentes entschied zudem über die Wahl des Stimmtones
mit. Und es gab offensichtlich keine europaweiten
Einheitsgrössen – und keinen europäisch einheitlichen
Stimmton.
Hinzu kommt eine weitere Beobachtung:
Für die Lautstärke und Wahrnehmbarkeit eines
Zupfinstrumentes im Verbund mit anderen Instrumenten ist
die Saitenspannung ein wesentlicher Faktor. So weit wie bis
heute sichtbar scheint es so, dass diejenigen Lautentypen,
die für Continuo-Aufgaben verwendet wurden, mehrheitlich
exakt so gross wie möglich, d.h. an der Reissgrenze der
Chanterelle gebaut wurden.
Für Soloinstrumente – speziell die Barocklaute bis gegen
1700 – war dies nicht nötig und es existieren viele
Barocklauten, deren Mensur deutlich unter der Reissgrenze
für die Chanterelle liegt – gerade auch, wenn man die
jeweilige lokale und zeitlich herrschende Stimmtonhöhen
berücksichtigt. Diese Feststellung gilt auch für die
Streichinstrumente, speziell die Gambe, die ja die
Untergruppe der Lyra viol mit ihren vielfältigen Stimmungen
hervorgebracht hat.
Die Frage
nach der musikalischen Temperatur
Die Problemstellung
Jedem, der heute mit dem aktiven
Musizieren beginnt oder Musik hört, wird ungefragt die
gleichstufige Temperatur (älter:
gleichschwebende Stimmung) eingeimpft. Unter der
gleichstufigen Temperatur versteht man ein Tonsystem, in
welchem die 12 Halbtöne exakt gleich gross sind. Es handelt
sich um ein geschlossenes System, bei dem jeder Halbton
mehrere Bedeutungen haben kann: der Ton zwischen dem g und
dem a kann sowohl ein gis (z.B. grosse Terz vom E aus) als
auch ein as (kleine Terz vom f aus) sein.
Dieses Denken entspricht der Haltung der "Égalité" der
französischen Revolution: Es gibt keine gottgegebenen
Unterschiede – hier im Sinne von "reinen" und "unreinen"
Intervallen. Die gleichstufige Temperatur hat sich auch
erst im 19. Jahrhundert durchgesetzt. Heute wird dieses
Denken über die musikalische Stimmung mit dem Begriff
"Distanzprinzip" umschrieben. Typisch
hierfür ist die Rechnungseinheit in Cent,
die 1875 von Alexander John Ellis als Einheit zum
Grössenvergleich von Intervallen vorgeschlagen wurde: Ein
gleichstufig temperierter Halbton weist 100 Cent auf, die
Oktave 1200 Cent.
Das Denken bis zur französischen Revolution hatte als
übergeordnetes Ziel das Erkennen Gottes – und "Gott hat
alles geordnet nach Mass, Zahl und Gewicht". Auch im
griechischen Raum (z.B. Pythagoras, um 570 v.Chr. - nach
510 v.Chr.) wurde die Idee vertreten, dass die Bewegungen
des Kosmos und die der menschlichen Seele auf denselben
harmonischen Zahlenproportionen beruhen und dass die Musik
durch ihr Zahlenprinzip somit ein Abbild der Weltordnung
sei.
Die ganze Ton- und Intervall-Lehre basierte deshalb auf dem
Denken in Proportionen. Diese Proportionen
wurden im Unterricht meist auf einem Monochord ausprobiert
– einem Resonanzkasten, über den zwischen zwei Stegen
entgegen dem Namen meist mehrere gleich gestimmte Saiten
gespannt sind. Kleine verschiebbare Zusatzstege erlaubten
das Darstellen der Proportionen.
Basis der Proportionenlehre bildet die Partial-
oder Obertonreihe. Sie ist ein unumstössliches
physikalisches Phänomen, das sich anbot, um Tonsysteme als
naturgegeben zu erklären. Das Problem dabei ist, dass es
ein in sich nicht geschlossenes System darstellt.
Es gibt Differenzen zwischen den verschiedenen reinen
Intervallen der Obertonreihe, konkret zwischen Oktaven,
Quinten und grossen Terzen: So sind z.B. 12
aufeinandergestapelte Quinten höher als 7
aufeinandergestapelte Oktaven. Diese Differenzen werden
Komma genannt. Dass zwischen Quinten und
Oktaven ein Unterschied besteht, bedeutet, dass die Töne
eindeutig sind, d.h. dass es sich z.B. klar um ein Des und
kein Cis handelt. Doppelbelegungen von Tönen, wie sie bei
der gleichstufigen Stimmung möglich sind, existieren nicht.
Bei 12 Tasten stehen also nur 12 eindeutig definierte Töne
zur Verfügung – Transpositionen in Tonarten, welche einen
oder mehrere nicht vorhandene Töne verlangen, sind also
ohne "klangliche Schieflage" nicht möglich. Will man die
reinen Intervalle tatsächlich zur Verfügung haben, müssen
entsprechend viele Tasten pro Oktave zur Verfügung stehen.
So existiert z.B. ein Cembalo mit 31 Tasten pro Oktave von
Nicola Vicentino.
Die drei wichtigen Gruppen, die vom Denken in Proportionen
ausgehen, sind die pythagoräische
Stimmung, die mitteltönigen Stimmungen und
Temperaturen und die wohltemperierten
Temperaturen. Stimmungen bezeichnen Systeme mit
absolut reiner Quinte oder Terz.
Der Begriff "temperieren", von dem der Begriff der
musikalischen Temperatur abgeleitet ist,
bedeutet "richtig bemessen". Temperaturen suchen den
Ausgleich zwischen reinen Intervallen und der Möglichkeit
von enharmonischen Verwechslungen. Dies mit dem Ziel, den
Tonvorrat zu erweitern. Bei der Gruppe der
"Wohltemperierungen" – nicht zu verwechseln mit der
gleichstufigen Temperatur (früher auch gleichschwebende
Stimmung genannt) – werden Intervalle also gezielt etwas
unrein gestimmt, damit störende Mikrointervalle – Kommata –
verschwinden. Die gleichstufige Temperatur ist die radikale
Lösung: Der „Fehler“ wird gleichmässig auf alle 12 Quinten
verteilt, wodurch alle Halbtonschritte exakt gleich gross
sind.
Natürlich haben die griechischen Philosophen nicht nur die
Proportionslehre bedacht, sondern sich auch mit
Alternativen befasst. Aristoxenos von Tarent (um 370 v.Chr.
- um 300 v.Chr.) war Empiriker und baute seine Musiktheorie
strikt auf der Wahrnehmung mit dem Gehör auf. Die komplexe
Lehrer des Aristoxenos, der wir z.B. die Definitionen der
Begriffe "Intervall", "Tonsystem", "Ton", "Halbton",
"Drittelton" etc., "Tondauer" oder "Rhythmus" verdanken,
wurde in der Rezeption seit der Antike von
Missverständnissen geprägt. Als aristoxenisch wird seit der
Aristoxenes-Renaissance durch Vincenzo Galilei (s.u.) auch
oft das zwölfstufig temperierte Tonsystem missdeutet.
In der europäischen Kunstmusik der Renaissance und
des Barock stand also die gleichstufige Temperatur von der
vorherrschenden Proportionstheorie her gesehen im Prinzip
NICHT zur Verfügung – in Praxis ist dies seit Vincenzo
Galilei zumindest für Bundinstrumente etwas anders, wie wir
noch sehen werden. Die pythagoräische
Proportionslehre war Grundlage der musikalischen Praxis und
somit gab es keine Doppelbelegungen von Tönen. Dies ist für
Instrumente, bei denen eine Saite oder Pfeife pro Ton zur
Verfügung steht, stimmtechnisch kein grösseres Problem. Ein
Problem wird es aber bei Instrumenten mit Bünden wie die
Gambe oder die Laute, weil dort mit der Bundsetzung im
Prinzip eine eindeutige Position für ALLE Saiten festgelegt
wird. Wird der 1. Bund tief, also als Erhöhung der leeren
Saite gesetzt, gibt es auf diesem Bund keinen erniedrigten
Ton des zweiten Bundes – also z.B. nur ein gis und kein as,
nur ein fis und kein ges etc.! Dies ist bei Stimmungen mit
fünf verschiedenen leeren Saiten (z.B. g' d' a f c G; ergo
die fünf Töne c d' f g'/G a) eine gewaltige Einschränkung:
Es gibt am 1. Bund bei hoher Stellung nur as' es' b ges des
As – also kein gis', dis', fis und cis, um nur die oft
verwendeten erhöhten Töne aufzuzählen – oder bei tiefer
Stellung nur gis' dis' ais fis cis Gis und somit kein b,
es' und as' als häufigste erniedrigte Töne.
Aus diesem Grund ist die Frage nach dem Ton- resp.
Stimmungssystem auf Bundinstrumenten noch wesentlich
komplexer als für andere Instrumente. Deshalb soll auf den
untergeordneten Seiten eine Einführung in das Denken, das
hinter den Stimmungen steht, gegeben werden.
Für alle, die nur die Resultate, nicht aber den Weg dahin
interessieren, sei hier zusammengefasst:
Wir haben gesehen, dass je nach Bundsetzung mal die einen,
mal die anderen Töne zur Verfügung stehen resp. fehlen. Die
Bundinstrumente galten folgerichtig ab dem 17. Jahrhundert
als imperfekte Instrumente, weil auf ihnen nicht jeder Ton
der gewünschten Temperatur angepasst werden kann. Dies im
Gegensatz zu den bundlosen Streichinstrumemten sowie den
Tasteninstrumenten, die als perfekt angesehen wurden, weil
auf ihnen jeder Ton eindeutig festgelegt und intoniert
werden kann. Bei Orgeln findet man bei den heiklen Tönen
oft geteilte Obertasten (und entsprechend je eigene
Pfeifen) für es/dis und allenfalls gis/as und b/ais, damit
je beide Töne mitteltönig gestimmt werden konnten.
Diejenigen damaligen Tasteninstrumente, die man schnell
umstimmen kann – Cembali, Spinette etc. –, weisen nur
selten geteilte Obertasten auf.
Wie weit ungleichschwebende Temperaturen auf
Bundinstrumenten verwendet wurden, kann heute nicht klar
gesagt werden.
Wie gingen die Lautenisten zu alten Zeiten mit diesem
Problem um?
Vincenzo Galilei, der Vater von Galileo Galilei, wehrte
sich in seinem Fronimo Dialogo von 1584 gegen sogenannte
"Tastini". Tastini sind offenbar kleine Bünde, die
vornehmlich bei den heikeln und oft auf zwei Arten zu
greifenden Tönen wie Dis/Es – aber auch den fehlenden Tönen
z.B. am ersten Bund (siehe oben: gis' fis' und cis) – unter
der betreffenden Saite montiert wurden. Wir wissen heute
nicht genau, wie dies vor der Erfindung von Sekundenkleber
und Klebestreifen gemacht wurde – aber Galileis Bemerkungen
zeigen zumindest, dass diese Praxis geherrscht hat.
Der Neu-Aristoxener Vincenzo Galilei schlug in seinem
"Dialogo della musica antica e della moderna" 1581 zum
Setzen der Bünde hingegen eine einfachere Lösung vor,
nämlich die 18er-Regel: Mensur durch 18 geteilt ergibt den
Abstand vom Sattel bis zum ersten Bund, Restlänge wiederum
durch 18 geteilt ergibt den Abstand zwischen erstem und
zweitem Bund etc. Diese Berechnungsart ergibt eine sehr
weitgehende Annäherung an eine gleichschwebende Temperatur
(99 statt 100 Cent): Sie teilt die Oktave in
gleichbleibende Proportionen ein – dies im Gegensatz zur
unten beschriebenen Proportionenlehre, die von ungleichen
(grossen und kleinen) Halbtönen ausgeht. Es scheint, dass
die Bundsetzung zumindest bei Zupfinstrumenten eher mit der
quasi gleichschwebenden 18er-Regel erfolgte als mit
ungleichschwebenden Modellen.
Und mit der Voraussetzung der quasi
gleichschwebenden Temperatur konnten die Saiten beliebig
verstimmt werden, ohne auf die Probleme der Ton- resp.
Stimmungssysteme Rücksicht nehmen zu müssen. Wie weit dann
hingegen wiederum auf dem Feld der "accords nouveaux" bzw.
der Lyra viol mit ungleichschwebender Bundsetzung
experimentiert wurde, entzieht sich zumindest bis heute
unserer Kenntnis.