1. Ergänzende Materialien zum Buch "Die Laute in Europa 2"

Poster
Im Buch liegt ein gefalztes doppelseitig bedrucktes Poster bei, das die Geschichte der Lautenfamilie (inkl. Mandolinen) auf der einen und der Gitarren und Cistern auf der anderen Seite in einer synoptischen Übersicht mit Farbfotografien der Instrumente und Quellenangaben zeigt.
Diese Darstellung kann bei den Autoren auch in gerollter Form auf starkem Papier (170 g/m2) und im Format 66 x 96 cm (gegenüber 90 g/m2 und 59,6 x 88 cm beim beigelegten gefalzten Poster) separat bestellt werden (siehe Kontakt).
1 Poster 66 x 96 cm auf starkem Papier (170 g/m2), gerollt inkl. Verpackung, aber ohne Porto: CHF 9.--
2 Poster 66 x 96 cm auf starkem Papier (170 g/m2), gerollt inkl. Verpackung, aber ohne Porto: CHF 12.--
Die Versandkosten müssen vollumfänglich vom Kunden übernommen werden. Aufgrund des verwendeten Packmaterials ist ein kostengünstiger Versand garantiert.
Hier geht es zu den ergänzenden Kommentaren der Seite
- Instrumente der Lautenfamilie (Lauten, Mandolinen)
- Gitarren und Cistern

Register
Leider konnten die umfangreichen Register nicht vollständig in der Druckfassung des Buches untergebracht werden. Um sie dennoch zur Verfügung stellen zu können, hinterlegen wir sie hier als PDF-Datei. Die Anleitung zu den verschiedenen Kategorien der Zahlen findet sich im gedruckten Buch auf S. 437.
Ortsregister
Sachregister
Erwähnte Instrumente
Erwähnte Quellen

2. ERRATA / ADDENDA

S. 11, 116, 180, 367: Gallichon von Gregor Ferdinand Wenger, Augsburg 1714:
Der Restaurator dieses Instruments - Bob van de Kerckhove - teilt mit, dass die Mensur 85 cm und nicht wie angegeben 79 cm beträgt. Somit stimmen auch die Grössenverhältnisse bei den kleinen Abbildungen dieses Instruments nicht mehr ganz: Diese Abbildungen sind um 7,6% zu klein.

S. 66/67: Spanische Tabulatur:
Andrew Hartig ergänzt folgendes:
Die Spanische Tabulatur (oder invertierte italienische Tabulatur) kommt neben Milan noch in folgenden Werken vor:
- Melchior de Barberiis: OPERA INTITOLATA CONTINA, / INTABOLATURA DI LAUTO DI FANTASIE, MOTETTI, / CANZONI, DISCORDATE A VARII MODI, FANTASIE PER SONAR / uno solo con uno Lauto, & farsi tenore & soprano: Madrigali per sonar a dui Lauti: Fantasie per / sonar a dui Lauti: Fantasie per / sonar sopra la Chitara de sette corde, … LIBRO DECIMO, Venedig (Girolamo Scotto) 1549-2: Hier sind ausschliesslich die vier auf fol. Gg4v-Hh1v abgedruckten Fantasien in invertierter italienischer bzw. spanischer Tabulatur notiert, wobei die oberste Linie mit „Canto“ angeschrieben wird. Die Kompositionen für Laute sind in normaler italienischer Tabulatur gedruckt.
- Sixtus Kargel: Renovata Cythara, Mainz 1569-5 [verschollen oder Missdeutung des Datums im zitierten Katalog Bibliotecha classica von Georg Draudius), Strassburg 1578-4 und Strassburg 1580-2

S. 74, 224, 306: Begriff „Gesangsaite“ / „Sangsaite“:
Mathias Rösel hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass der Begriff „Sangsaite“ missverständlich sein könne. Deshalb hier die folgende Klarstellung:
Wir haben den Begriff „Sangsaite“ immer im Zusammenhang mit dem französischen „Chanterelle“ verwendet und somit verdeutlicht, dass wir den ersten Chor meinen (S. 74, 224). Im Zitat aus der 1727 publizierten „Untersuchung“ von E.G.Baron auf S. 306 kommt der Begriff „Gesangsaite“ ebenfalls in dieser Bedeutung vor.
Nun wird der Begriff in deutschen Quellen aus dem 16. Jahrhundert jedoch für den 2. Chor verwendet (z.B. Newsidler 1544):
1. Chor: Quint sayten
2. Chor: Gesang sayten
3. Chor: Mittel sayten
4. Chor: Klein Brumer
5. Chor: Mitl Brumer
6. Chor: Groß Brumer
Somit haben wir im 16. Jahrhundert eine Doppelbelegung: Im deutschen Bereich bezeichnet „Gesang sayten“ den 2. Chor, im französischen Bereich die „Chanterelle“ den 1. Chor.
Dies weist einmal mehr darauf hin, dass Übersetzungen von Begriffen in historischem Kontext wo immer möglich vermieden bzw. durch einen Zusatz (wie bei uns mit dem Zusatz „Chanterelle“) klar definiert werden sollten.

S. 76 ff: Reissgrenze: Bezeichnung „Hz/m“
Max Erick Busse-Grawitz hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die physikalisch korrekte Einheit "Hz * m" ist; die Reissgrenze ergibt sich aus der Frequenz in Hertz, bei der eine Saite reisst, multipliziert mit der Mensur der Saite, in Metern.
Die in der Literatur verwendete physikalisch nicht korrekte Bezeichnung „Hz/m“ kommt aus der ungenauen sprachlichen Umschreibung „Hertz pro Meter“, die besser "Hertz bei einem Meter Saitenlänge" heissen würde.

S. 84, umsponnene Saiten (auch Anmerkung 41)
In Gottlieb Siegmund Corvinus 1715 in Leipzig ein erstes Mal gedrucktem „Nutzbares / galantes und curioses Frauenzimmer-Lexicon“, Spalte 1138 im Artikel „Laute“ steht: „Ist ein musikalisches Instrument, mit einem holen und runden Bauch, langen und oben zurück gebogenen Hals, mit vielen Saiten von Därmen, so zuweilen mit Silberdraht besponnen, überzogen, bestehen aus elff Chören. Welches das Frauenzimmer mit den Fingern zu spielen pfleget, auch öffters darein mit singet.“ Dies ist die früheste explizite Erwähnung von umsponnenen Saiten auf Barocklauten. Die Auflage von 1739 enthält denselben Wortlaut in Spalte 945.
Die Seite ist einsehbar unter:
http://diglib.hab.de/drucke/ae-12/start.htm?image=00591
Aufmerksam auf dieses Lexikon wurde ich durch Michael Treders „Ein irdisches Vergnügen in der Barocklaute“, Lübeck 2010.

S. 250, Bildlegende:
Die abgebildete Gitarre ist laut Erik Hofmann am ehesten dem Mirecourter Augustin Claudot zuzuschreiben und auf ca. 1810-15 zu datieren. Auffällig ist das Fehlen der seitlichen Verzierungen beim Steg. Auch fehlt der sonst übliche Brandstempel im Boden.

S. 258, Bildlegende:
Laut James Westbrook stammt die Pons-Gitarre sicher nicht von Joseph, sondern am ehesten von Antoine Pons.

S. 264, Bildlegenden:
Irrtümlich steht, „1. Hälfte 18. Jahrhundert“ statt „1. Hälfte 19. Jahrhundert“.

S. 266, Bildlegende:
Laut Erik Hofmann et al. (siehe http://www.stauffer-and-co.com/): Stauffer & Co. Die Wiener Gitarre des 19. Jahrhunderts, Germolles-sur-Grosnes 2011, S. 44-47, beschäftigt sich Stauffer bereits 1813 „mit einer fremden Erfindung, die, obwohl sie schon 1806 von Johann Gottlob Thielemann in Berlin patentiert wurde, weitgehen unbemerkt geblieben war: der ersten mechanischen Stimmvorrichtung für Gitarre.“ Somit ist die für die Datierung herangezogene Patentierung vom 2. Juli 1825 hinfällig. Hingegen kann die verwendete Etikette auf die Zeit von 1815-1821, ev. bis Frühjahr 1822 eingeschränkt werden. Daher ist die Datierung dieser Gitarre nunmehr in den Zeitraum zwischen 1815 und 1821/22 eingrenzbar.

S. 272, 276/78, 415 Anm. 269: Parran, Antoine: Traité de la musique théoretique et pratique, Paris 1639
Hier geht es um den Vergleich zwischen den Modi in Parrans Traité und der Rhétorique des Dieux (D-Bkk 78.C.12).
Dieser Link führt zur Website des Center for the History of Music Theory and Literature – Traités français sur la musique. Die entscheidenden Passagen zu den Modi finden sich auf S. 114-135. Die Seitenangaben des Originals sind in eckige Klammern gesetzt. Die Bilddateien sind verlinkt.
Zu Parrans Traktat geht es hier.
Vergleich zwischen den Modi aus Parran (und den identischen Abbildungen von Abraham Bosse in der Rhétorique) sowie den "Accords" auf den Papierblättern, welche in die Pergamenthandschrift La Rhétorique des Dieux eingeschoben sind.

S. 272, Bildlegende:
Laut Catherine und Bruno Marlat muss die Datierung der Lacote-Gitarre auf 1832/33 lauten und nicht 1839. Dies u.a. wegen der Stegform.

S. 314, Bildlegende:
Diese Gitarre ist im Mai 2012 für Reparaturarbeiten von Erik Hofmann geöffnet worden. Dabei kam eine Bleistift-Signatur auf der Bass-Seite des Stegs zum Vorschein: „Otto Rieder / München 1923“. Auf der Etikette sind bei optimalem Lichteinfall ebenfalls (Stempel?) Spuren „23“ erkennbar. Auffällig ist der rote Stempel mit der Adresse, die nach Hausers Übernahme der Werkstatt Amberger 1921 gegolten hat: Müllerstraße 8.
Somit muss die Datierung korrekt 1923 statt 1933 heissen.

S. 324, Text:
Abschnitt 5-chörig:
„Dies ist der Nachteil der echten Voboam-Gitarren, deren Mensur 25 bis 26 Zoll [= 69,2 bis 70,4 cm] aufweist.“ sollte heissen:
„Dies ist der Nachteil der echten Voboam-Gitarren, deren Mensur 25 bis 26 Zoll [=
67,7 bis 70,4 cm] aufweist.“

S. 334 & Anm. 400:
Stefan Hackl, mit dem ich die Noten ausgetauscht habe, machte mich darauf aufmerksam, dass es sich bei dem vermeintlichen Duett für zwei Gitarren im Quartabstand um eine korrumpierte Fassung für zwei gleich hoch gestimmte Instrumente mit falsch zugeteilten Stücken handelt. Die eine Stimme umfasst als Tonalitäten der vier Stücke C G C G und die andere G C G C.
1. Stück (= Abschnitte A & B): Gitarre 1 in C, Gitarre 2 in G
2. Stück (= Abschnitte C & D): Gitarre 1 in G, Gitarre 2 in C
3. Stück (= Abschnitte E & F): Gitarre 1 in C, Gitarre 2 in G
4. Stück (= Abschnitte G & H): Gitarre 1 in G, Gitarre 2 in C
Wäre eine Stimme transponiert, müssten die Tonarten der zweite Stimme entweder auch I V I V sein – oder aber die Stücke sind verschoben und somit geht es tonartlich mit gleich gestimmten Instrumenten auf. Da alle vier Stückchen dasselbe harmonische Muster aufweisen (1. Teil I I V I / I I V I,  2. Teil V I V I / I I V I) kann man die Stücke fast beliebig kombinieren. So richtig gut klingt es aber nie...
Ein Lösungsvorschlag ist hier einsehbar:
Partitur
Die Stimmen können hier eingesehen werden:
Gitarre 1
Gitarre 2

S. 364, Bildlegende:
„Torban, Ukraine, 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts“ muss korrekt heissen: „Torban, Ukraine, 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts“


S. 382, zuoberst:
Die im Buch angegebene Webadresse für die Auflösung der RISM-Sigel ist nicht mehr in Betrieb. Die neue RISM-Webadresse beginnt mit www.rism.info.
Hier der Link zur Sigel-Seite des RISM.


S. 405, Anmerkung 168, Judentanz:
Die richtige Auflösung der Stimm-Anweisung erfolgte durch Michel Podolski: Le Juden tantz. Analyse et transcription, in: Revue Belge de Musicologie XVII, 1963, S. 29ff. Sie lautet in Tabulaturzeichen-Notation ffh(e/a)h, auf a-Stimmung übertragen a1 e1 e1 h1 h1 gis1 e ee aA.
muss korrekt und verdeutlicht geschrieben heissen:
Die richtige Auflösung der Stimm-Anweisung erfolgte durch Michel Podolski: Le Juden tantz. Analyse et transcription, in: Revue Belge de Musicologie XVII, 1963, S. 29ff. Sie lautet in Tabulaturzeichen-Notation ff(d/h)ah, auf a-Stimmung übertragen a1 / e1 e1 / h1 h1 / gis1 e / e1 e / a A.
Mehr zum Judentanz gibt es
hier.